In den Tarifverhandlungen 2010 muss es neben der allgemeinen Einkommensforderung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen auch darum gehen, die Situation der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu verbessern. Diese Forderung haben 150 Ärztinnen und Ärzte aus dem ganzen Bundesgebiet, die im Öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind, auf einer Demonstration am 28. Januar 2010 vor dem Sitz der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Frankfurt am Main lautstark vertreten.
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„Die Tarifabschlüsse für die im Kommunal- und Landesdienst
angestellten Krankenhausärzte haben zwar spürbare Verbesserungen bei
Arbeitszeit und Entgelt für diese Berufsgruppe gebracht. Diese
Vorteile gelten jedoch nicht für uns Ärzte im Öffentlichen
Gesundheitsdienst“, machte der Vorsitzende des Bundesverbandes der
Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD),
Dr. Klaus Walter, klar. „Wir sind aber keine Mediziner zweiter
Klasse!“
„Unser Ziel ist es, auch für sie eine leistungsgerechte und
wettbewerbsfähige Bezahlung zu erreichen“, rief Siglinde Hasse,
stellvertretende Vorsitzende der dbb tarifunion, den Demonstranten
zu. Sie verwies darauf, dass Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst
im Vergleich zu den Krankenhausärzten 500 bis 1.500 Euro weniger pro
Monat verdienen. „Und das, obwohl sie dafür verantwortlich sind,
Impfprogramme einzuleiten und die Bevölkerung vor Pandemien zu
schützen, Quarantänemaßnahmen zu gewährleisten und
Schuluntersuchungen durchzuführen.“ Nicht erst in Zeiten der
Schweinegrippe sei jedem Bürger klar, wie verantwortungsvoll und
unverzichtbar diese Arbeit z. B in den Gesundheitsämtern sei. „Wir
brauchen auch in Zukunft qualifiziertes Personal im Öffentlichen
Gesundheitsdienst. Deshalb muss sich jetzt etwas tun“, sagte Hasse.
„Denn schon heute können freie Stellen nicht mehr nachbesetzt
werden, weil Ärzte lieber in die Kliniken abwandern oder dort
bleiben.“ Ein Arzt im Öffentlichen Gesundheitsdienst muss
nachweisen, zuvor im Krankenhaus gearbeitet zu haben. „Aber wer
wechselt schon seinen Arbeitsplatz, wenn er danach wesentlich
weniger verdient als zuvor? Wenn jetzt nichts geschieht, verlieren
wir diesen Konkurrenzkampf“, warnte Hasse.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gehen am 31. Januar/1. Februar in Potsdam in die zweite Runde.